War das alles?

Kennst du das? Du stehst mitten im Berufsleben, vielleicht gerade mitten drin in deiner Karriere. Du bist erfolgreich in dem was du tust, du kennst deinen Job in- und auswendig. Vielleicht steckt deine Firma gerade in einer intensiven Veränderungsphase, kein Stein bleibt auf dem anderen, dein Team verändert sich, dein Umfeld oder gar deine Arbeit. Vielleicht liest du diese Zeilen auch und du stehst im letzten Drittel deiner Karriere und fragst dich: Halte ich das noch durch bis zu meiner Pensionierung? Eventuell sitzt du gerade in einem Teams-Call und dir wird zum x-ten Mal die neue Organisation erklärt und wie nun damit alles besser wird. Oder deine Organisation hat sich so verändert, dass nun einfach alles anders gemacht wird als früher. Verändert, nur um der Veränderung willen. Vielleicht verändert die Digitalisierung deinen Job gerade so schnell und umfassend, dass du kaum hinterherkommst. Und du bist ob alldem irritiert, denn eigentlich bist du gut in deinem Job - aber etwas nagt an dir, das sich nicht mit Leistung erklären lässt.

Vielleicht geht es dir wie mir damals: die Frage "war das alles, willst du das für die nächsten 20 Jahre machen?" wird immer lauter? Am Anfang ist es nur ein Gedanke, den du beim Zähneputzen schnell wegschiebst. Doch er wird mit der Zeit hartnäckiger und er kommt nun auch im Stau auf deinem Arbeitsweg oder während du in der Kantine mit deinen Kolleg:innen zu Mittag isst. Eventuell sogar noch vor dem Einschlafen? Du merkst, dass du in der Kantine beim Small Talk über den Job kurz zögerst, bevor du antwortest. Oder dass ein Lob deiner vorgesetzten Person sich jetzt komisch leer anfühlt. Oder du sitzt auf einem Event in deiner Firma und dir wird bewusst: "das will ich nicht mehr". Manchmal sind es auch nur spürbare Dissonanzen welche dich zweifeln lassen: Halte ich durch bis zu meiner Pensionierung? Die meisten spüren: Ich will das alles, was mich zweifeln lässt, was Dissonanzen erzeugt und mich Tag und Nacht beschäftigt, nicht mehr. Doch wohin will ich, was ist meine Berufung? Welcher Job passt zu mir? Die unverblümte Wahrheit ist: Es geht vielen so und viele schieben diese Fragen lange vor sich her - nicht weil sie die Antwort nicht hören wollen, sondern weil sie Angst vor der Antwort haben. Was, wenn ich tatsächlich etwas ändern muss?

Und du fragst dich dann schon fast automatisch: aber was dann? Und hier bleiben die meisten stecken. Denn diese Frage erscheint uns oft zu gross um sie zu fassen, geschweige denn alleine zu beantworten. Was ist, wenn ich mich neu orientiere und es dann doch nicht besser wird? Was ist mit meiner Familie, meinem Haus, wie sehen die finanziellen Folgen aus? Was denken meine Arbeitskolleginnen und -kollegen von mir? Übe ich Verrat an ihnen? Bin ich nicht schon zu spezialisiert in meinem Feld um nochmals neu anzufangen? Bin ich nicht schon zu alt dafür? All diese Fragen sind berechtigt - aber sie sind auch der Grund, warum viele Menschen genau hier stecken bleiben - weil das Nachdenken über diese grosse Themen oft überfordernd ist. Und du verharrst in einem Zustand, der dir und deinem Umfeld nicht gut tut. Dieses Verharren kann Monate, gar Jahre dauern. Und mit der Zeit stellen sich auch körperliche Symptome ein, du wirst gereizter, vielleicht fängst du an, schlechter zu schlafen, was zu Erschöpfung führt und was dich wiederum gereizter werden lässt. Dein Umfeld, deine Familie, deine Partnerschaft fängt auch daran zu leiden. Was kannst du dagegen tun? Sprich darüber, mit deinen Freunden, deiner Familie, deinem Partner. In dem du darüber sprichst, wird sich der Knoten mit der Zeit lösen. Ich kenne das - bei mir hat das darüber reden mit der Zeit den Wunsch ausgelöst, meine Perspektiven zu erörtern.

Un genau hier kommt nun Coaching ins Spiel. Im Unterschied zum Nachdenken alleine: hier bist du nicht alleine mit deinen Gedanken. Jemand stellt dir Fragen, die du dir selber nicht stellen wĂĽrdest. Die Aufgabe des Coaches ist es nicht, dir zu sagen, was du nun tun solltest. Sondern der Coach hilft dir, das zu finden, was du eigentlich schon weisst aber noch nicht klar siehst.

Ich kann es nicht oft genug betonen, aber es ist ein zentrales Bild, so wie ich den Menschen sehe:

Jeder Mensch ist von Natur aus kreativ, voller Ressourcen und ganz.

Coaching repariert nicht, sondern hilft dir zu ordnen, wo du jetzt stehst, was dich im Innersten antreibt und wo du hinwillst. In diesem Prozess wirst du neue Perspektiven einnehmen, neue Lösungswege gehen und ausprobieren. Du wirst dabei Schritt für Schritt dem näher kommen, wer du gerne sein möchtest und was du gerne tun würdest.

Und aus eigener Erfahrung: Irgendwann macht es "Klick", du hast das gefunden, was du gesucht hast. Und alles weitere fällt leicht, weil du Resonanz verspürst. Resonanz fühlt sich toll an, aber ganz anders als Zufriedenheit. Wie ich es schon von Anderen gehört habe: Es ist wie Verliebt-Sein mit 17. Die Körperlichen Symptome fangen an, sich zu verflüchtigen, du schläfst wieder besser, du bist weniger gereizt. Auch dein Umfeld spürt eine Veränderung. Für mich war es eher das Gefühl, dass ich bei dir selber angekommen bin. Für mich war es keine grosse Erleuchtung, kein grosser Knall mit Feuerwerk. Eher: Nach drei Tagen anstrengender Coaching-Weiterbildung weit ausserhalb meiner Komfortzone so viel Energie zu haben, wie eigentlich nie nach anstrengenden Arbeitstagen. Und ab diesem Zeitpunkt war vieles einfacher, es hat meinen eingeschlagenen Weg bestätigt, vieles fiel mir nun leichter. Nicht weil mein neuer Weg keine Arbeit mehr macht, sondern weil ich nicht mehr gegen mich, sondern mit mir arbeite. Und nein, meine Ängste (Verrat an Kolleg:innen, Alter) sind nicht verschwunden, weil ich sie ignoriert habe. Sie sind kleiner geworden, weil ich angefangen habe, hinzuhören statt nur zu befürchten.

Wenn du diese Zeilen liest und dich wiedererkennst: Vielleicht ist das dein Moment hinzuhören. Lass uns reden.

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